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Europa 2014 konkret

Die Partnerschaftskomitees aus Nottuln und Chodziez laden am Samstag zum Austausch ein.

Nottuln - Die Gemeinden Nottuln und Chodziez, beide seit über 20 Jahren im Rahmen einer Städtepartnerschaft freundschaftlich verbunden, beteiligen sich am Samstag (3. Mai) am NRW-Europatag. Das Motto des Tages: „Europa 2014 konkret“.

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Musik vom Feinsten: Am Samstagnachmittag rockt um 15 Uhr die Blues-Rock-Band Suplement Diety aus Chodziez im Rahmen des Frühlingsfestes den Stiftsplatz in Nottuln. Foto: privat

Über 50 Bürgerinnen und Bürger aus der polnischen Partnerstadt reisen bereits am Donnerstag (1. Mai) an. Am Samstag finden morgens von 9.30 bis 11.30 Uhr vier öffentliche Gesprächskreise statt, zu denen auch alle Nottulner Bürger eingeladen sind:
Gesprächskreis 1 (kath. Pfarrheim): „Die EU als soziales Projekt und die Erwartungen Jugendlicher aus Chodziez und Nottuln an Europa“. Der stellvertretende Bürgermeister von Chodziez wird einen Überblick darüber geben, welche Projekte unsere Partnerstadt seit Polens Beitritt zur EU mit deren Unterstützung schon realisieren konnte oder gerade realisiert. „Auf diesen konkreten Blick auf ein Stück europäischer Solidarität und seine Wirkungen darf man gespannt sein. Dies umso mehr, als ihm die Erwartungen an Europa gegenübergestellt werden sollen, die junge Menschen aus Nottuln und Chodziez geäußert haben“, heißt es in der Einladung. Die Moderation übernimmt Peter Steil.
G esprächskreis 2 (Alte Amtmannei, Obergeschoss): „Die europäische Krise um die Ukraine – unterschiedliche Sichtweisen in Polen und Deutschland“. Dass das Projekt eines gemeinsamen Europas noch unfertig ist, zeigt die Situation der Ukraine. In dem Gesprächskreis wird die Sichtweise der polnischen Gäste von besonderem Interesse sein. Für das Einführungsreferat konnte ein ausgewiesener Experte gewonnen werden: Ralf Wachsmuth von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er beschäftigt sich nicht nur seit Jahren mit der dortigen Situation, sondern war auch genau zur Zeit der „Orangenen Revolution“ Repräsentant der Stiftung in Kiew. Die Moderation übernimmt Jürgen Hilgers-Silberberg.
Gesprächskreis 3 (kath. Pfarrheim): „Flucht und Vertreibung in Polen nach dem II. Weltkrieg“. Flucht und Vertreibung aus den ehemals deutschen Ostgebieten haben das Nachkriegsdeutschland geprägt. Weniger bekannt ist in Deutschland, dass auch Polen durch die Westverschiebung nicht nur 20 Prozent seines Staatsgebietes verloren hat, sondern auch einige Millionen Polen von Ost nach West vertrieben bzw. zwangsumgesiedelt wurden. Der Gesprächskreis will aufklären, Zeitzeugen in einem Film zu Wort kommen lassen und Raum für Gespräche bieten. Die Moderation hat Josef Lütkecosmann.
Gesprächskreis 4 (Alte Amtmannei, Erdgeschoss): „Vor 75 Jahren – Der Überfall auf Polen am 1. September 1939“. Ein kurzer Filmbeitrag wird die Geschichte des Beginns des Zweiten Weltkrieges in Erinnerung rufen und zeigen, wie Polen besetzt und zerstört wurde. Noch heute sind die Auswirkungen dieses Überfalls präsent und nicht vergessen.
Persönliche Erfahrungen können in diesen Gesprächskreis eingebracht werden. Die Moderation hat Robert Hülsbusch. Um 11.45 Uhr treffen sich die Gesprächskreise zu einem Plenum in der Alten Amtmannei. Unter der Gesprächsleitung von Peter Buddendick werden die Ergebnisse zusammengefasst.
Bereits am Freitagmorgen um 9.45 Uhr sind alle Interessenten zu einer besonderen Ortserkundung eingeladen. Aufgesucht werden Orte, die die Erinnerung an die Opfer politischer und militärischer Gewalt seit dem Ersten Weltkrieg wachhalten sollen, darunter zum Beispiel die Versöhnungskapelle und der alte jüdische Friedhof. Parallel dazu wird eine Betriebsbesichtigung bei der Firma DS Dichtungstechnik angeboten. Die Teilnehmer treffen sich um 9.45 Uhr auf dem Marktplatz.
Am Samstagnachmittag wird dann gefeiert. Gäste aus Chodziez werden am Stiftslauf teilnehmen. Um 15 Uhr spielt die Blues-Rock-Band Suplement Diety aus Chodziez im Rahmen des Frühlingsfestes auf dem Stiftsplatz. Später zeigt eine Tanzformation aus Chodziez ihr Können. Am Sonntag (4. Mai) treten die polnischen Gäste die Rückreise an.

Westfälische Nachrichten, 5. Mai 2014

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