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Beim Jugendaustausch hakt es

Deutsch-polnische Städtepartnerschaften: Vier Organisationen vereinbaren eine engere Zusammenarbeit

Chodziez
Die Städte Lüdinghausen und Münster sowie die Gemeinden Nottuln und Senden unterhalten Partnerschaften zu polnischen Kommunen. Vertreter der Organisationen, die diese koordinieren und fördern, trafen sich jetzt erstmals zu einem Austausch in Nottuln.

Nottuln.  Die Kommunen im Kreis Coesfeld sind auch auf internationaler Ebene sehr aktiv. Sie unterhalten viele Städtepartnerschaften in ganz Europa - 3 von ihnen mit polnischen Städten: Lüdinghausen seit 1993 mit der Stadt Nysa/Neisse, Nottuln seit 1992 mit der Stadt Chodziez und Senden seit 2007  mit der Stadt Koronowo. Die Vertreter der Organisationen, die jeweils in ihrer Stadt und Gemeinde hier im Kreis Coesfeld diese Städtepartnerschaften begleiten und immer wieder neu mit Leben füllen, haben sich nun zum ersten Mal in Nottuln zu einem Austausch getroffen. Mit dabei: Karl-Heinz Kocar, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Lüdinghausen, Hans-Jürgen Pohl, Vorsitzender der DPG Senden, und Robert Hülsbusch, Vorsitzender des Komitees für Städtepartnerschaften in Nottuln. Aus Münster war Frank Baumann der Einladung gefolgt, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Münster/Lublin. Seit 1992 verbindet Münster und Lublin eine Städtepartnerschaft. 
Über zweieinhalb Stunden sprachen die Vertreter der Partnerschaftsorganisationen angeregt über ihre Arbeit, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten auch über Probleme. Deutlich wurde, dass in allen Partnerschaften der Austausch sehr breit  angelegt ist. Der Austausch solle ein Austausch der Bürgerinnen und Bürger sein, nicht auf der offiziellen Ebene hängen bleiben, waren sich alle einig. So nähmen viele Vereine die Gelegenheiten wahr, mit Vereinen aus Polen Kontakte aufzubauen und zu pflegen, wobei die Vereinsstruktur in Polen erst in den letzten Jahren gewachsen sei. 
Im Zentrum der Arbeit aller Kommunen steht der Jugendaustausch. Dieser sei jedoch, so die Vertreter der Partnerschaftsorganisationen, zunehmend nicht ganz unproblematisch. Die Konkurrenz mit anderen Zielen in Europa sei sowohl bei den deutschen als auch den polnischen Jugendlichen groß.
Auch die angestrebte Unterbringung der Jugendlichen in Familien sei manchmal nicht einfach. Gemeinsam wurde nach Alternativen gesucht: gemeinsame Projekte und auch gemeinsame Übernachtungen könnten den Event-Charakter der Jugendfahrten erhöhen. 
Verabredet wurde beim Treffen ein Workshop auch mit Lehrerinnen und Lehrern, um den Schüleraustausch mit Polen noch einmal grundsätzlich zu besprechen. Am Ende des Nachmittags stand fest: Die vier Polen-Komitees wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. So sind gemeinsame kulturelle Veranstaltungen geplant. Der Austausch über Aktivitäten soll intensiviert werden. Die Verlinkung  der Internetseiten und eine Mail-Gruppe sollen dazu beitragen.  Kommt zum Beispiel eine polnische Musikgruppe nach Lüdinghausen, sollen für diese auch Auftrittsmöglichkeiten in Senden, Nottuln und Münster organisiert werden. 
Auch gemeinsame Fahrten nach Polen sind denkbar. So wollen im Herbst Landwirte aus Senden zu einer Exkursion nach Polen aufbrechen. Die Landwirte aus Lüdinghausen, Nottuln und Münster sollen mit dazu eingeladen werden. Im März 2016 soll das nächste Koordinationstreffen stattfinden. Die DPG Senden wird dazu einladen.

Westfälische Nachrichten, 20. März 2015

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